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Halvorsen & Bruvoll , N
Magische Zwischentöne. Folksongs und Baladen aus dem südlichen Norwegen

Jon Anders Halvorsen (Gesang, Harmonium)
Tore Bruvoll (Gitarre, Gesang)


Wie weit muß man reisen, um Musik zu hören, die ganz neue (Gefühls-) Welten eröffnet? Man darf in Europa bleiben. Die beiden jungen Norweger Jon Anders Halvorsen (Gesang) und Tore Bruvoll (Gitarre, Gesang) waren die Entdeckung des Folk-Festivals der Europäischen Rundfunkunion (EBU), das 2002 im schleswig-holsteinischen Mölln stattfand. Mit ihren Interpretationen uralter Balladen und Lieder aus Norwegen bringen sie die Vergangenheit in die Gegenwart.

Jon Anders Halvorsen stammt aus der Telemark im südlichen Norwegen. Bereits als Kind wurde er von den alten Sängern, die allein, ohne Begleitung ein Publikum in den Bann ziehen können, tief berührt. Zwei Jahre lang hat er das Repertoire eines alten Sängers gelernt, über 50 wunderschöne Balladen und Tanzlieder voller Poesie und Volksweisheit. Kurz nach dem Festival in Mölln gewann Jon Anders Halvorsen das „landskappleik“ im norwegischen Vågå in der Sparte „kveding“. Auf gut deutsch: er wurde zum besten Volksmusiksänger Norwegens gekürt. Begleitet wird er von dem Gitarristen Tore Bruvoll, der mit seinen 24 Jahren schon einen ganz eigenen, gleichermaßen einfühlsamen, wie innovativen Gitarrenstil entwickelt hat. Sein sparsames, punktgenaues Spiel zitiert den Stil der norwegischen Zither Langeleik ebenso wie den Blues des Mississipi-Delta.


Pressestimmen

Folkforum/NL zum Festival „trad.it“ 2004 in Groningen:
„Jon Anders Halvorsen: Die vielleicht schönste Stimme des Festivals.“


Weltmusikspezialist Klaus Frederking in der NDR-Sendung „Radio Globo“:
"Für mich die größte Entdeckung dieses Folkfestes der EBU in Mölln. Ich machte sie bereits am Freitagnachmittag vor dem offiziellen Beginn des Festivals als ich in der Altstadt spazieren ging und eine Stimme hörte, die mich geradezu magisch anzog, was bei einem abgebrühten professionellen Musikhörer nicht so häufig vorkommt. Ich ließ mich anziehen, betrat einen leeren Veranstaltungsraum, auf der Bühne saß Jon Anders Halvorsen beim Soundcheck.
Später nach einem Gespräch mit ihm wusste ich ein wenig genauer, was die Magie erzeugt hatte. Es ist der traditionelle Gesangstil, den er gelernt hat, wozu auch gehört, dass einige Melodien nicht temperiert sind, d.h. ihre Tonleitern enthalten Töne, Zwischentöne, die wir in Mitteleuropa nicht benutzen. Und da sind natürlich die Lieder selbst, und, klar, die Persönlichkeit des Sängers."


Aus dem Programmheft des EBU-Festivals in Mölln:
"Als die Norweger ein einheitliches Gesangbuch und auch in den abgelegenen Kirchen Orgeln bekommen sollten, gab es einen kleinen Aufstand: Der Kirchengesang hatte im Land der weit verstreuten Siedlungen ganz lokale Ausprägungen und sogar spezielle, sonst ungebräuchliche Skalen, die den mitteltönigen oder modern temperierten Orgeln einfach nicht anzupassen waren. Wenn Jon Anders Halvorsen Psalme, mittelalterliche Balladen oder auch rhythmische Tanzlieder singt, lässt sich etwas von den Gründen dieses Streits erahnen.
Die beiden Norweger repräsentieren die stille, gedankenvolle Seite der zeitgenössischen Volksmusik. Ihre Lieder passen in die Clubs ebenso wie in die Kirche. Jon Anders Halvorsen hat die Tradition seiner Heimatregion Telemark von alten Sängern, in Archiven und in der Ole-Bull Akademie von Voss, der wichtigsten Ausbildungsstätte für norwegische Volksmusik, studiert. Der Gitarrist Tore Bruvoll stammt aus Tromsø und ist unter Jazzern wie Volksmusikanten ein gleichermaßen gesuchter Partner, der nur scheinbar hinter seine Mitspieler zurücktritt.“


Weser Kurier 22.2.2003:
Alte Rätsel frisch erzählt
Halvorsen und Bruvoll beim Folkfrühling in den Weserterrassen


"Jon Anders Halvorsen und Tore Bruvoll waren die Neuentdeckungen des letztjährigen Folkfestes in der schleswig-holsteinischen Stadt Mölln. Mit ihren erfrischenden, fast „jugendlich“ anmutenden Interpretationen zum Teil uralter skandinavischer Volkslieder haben die beiden Norweger zur Eröffnung des Folkfrühlings im Bürgerhaus Weserterrassen nun auch ein kleines Bremer Publikum verzaubert.
Der Sänger Jon Anders Halvorsen ist ein Faszinosum. Gerade mal 28 Jahre alt, ist der Arzt mit dem hellen und klaren Tenor im vergangenen Jahr zum besten Volksmusik-Sänger seines Landes gekürt worden. Halvorsen, der auch die Maultrommel spielt, hat jahrelang in Archiven gestöbert oder greise Sänger befragt und dabei zahlreiche Psalmen, rhythmische Tanzlieder, Schlaf- und Liebeslieder oder mittelalterliche Balladen ausgegraben. Seit zwei Jahren wird er bei den ursprünglich reinen Solostücken von dem erst 23-jährigen Gitarristen Tore Bruvoll begleitet.
Ein faszinierendes Projekt, denn viele Lieder bauen auf der religiösen Gesangstradition ihrer Heimat Telemark auf, die von regionaler Vielfalt, ungewohnten Rhythmen und bisweilen untemperierten Melodien geprägt ist. Die Musik wirkt wehmütig, aber nicht fremd, ist von Melancholie und verzaubernden, rätselhaften Zwischentönen durchzogen.
Halvorsens betörender Gesang, der mitunter an den jungen Angelo Branduardi erinnert, zieht uns wie ein Magnet in die traurigen, morbiden, komischen oder anzüglichen Geschichten und Märchen, die fast ausschließlich von bedauernswerten Jungfern berichten. Bruvoll, der vernehmbar aus dem Jazz kommt, begleitet sparsam und pointiert, aber nur auf den ersten Blick zurückhaltend. Vor allem in den ausgedehnten Soli und Intros verblüfft er mit einer breiten, zeitgenössischen Ausdruckspalette zwischen Folk, Jazz, Blues und bisweilen rockig-ruppigen Ausdehnungen, einer satten Portion Hall und einem Gitarren-Synthesizer, der seine Läufe sogar mit Streicherklängen ausufern lässt. Ein eigenwilliges, spannendes Duo."

CD-Kritik auf www.nordische-musik.de:
Nattsang
(2004, Grappa HCD 7194)

"Vorsichtig, wie ein scheuer Mensch, der sich in einem neuen Raum erst orientieren muss, meldet sich Tore Bruvolls akustische Gitarre mit kristallklarem Klang zu Wort, an Knut Reiersrud folkloristische Pracht erinnernd. Dann folgt majestätisch Jon Anders Halvorsens naturbelassener Tenor. Immer wieder haucht Arve Henriksens Trompete dazu mit heiserem Ton.
Auch Perkussion (Per Oddvar Johansen) und Bratsche (Gjermund Larsen) heben ab und zu die Hand; ansonsten wirkt dieser »Nachtgesang« ganz durch die Charakterstärke von Halvorsen/Bruvoll, die in Norwegen unter Bruvoll/Halvorsen bekannt sind. Die Telemarker Volkslieder und mittelalterlichen Balladen inszenieren sie pointiert, poetisch, kraftvoll und gleichzeitig zärtlich: introvertierte Folklore, die mit ihrer bescheidenen Eleganz eher in die Kirche als in die Kneipe passt und die allerbesten Momente eines Angelo Branduardi übertrifft."


Aktuelle Information auch unter www.bruvoll-halvorsen.no